Burla

Die erste urkundliche Erwähnung von Burla erfolgte im Jahr 1143. Die Kirche in Burla verdankt ihre Entstehung - wie die meisten Kirchen in Thüringen - der Christianisierung durch irische Mönche im Zeitraum von 700 bis 1000.

Ein bedeutsamer Gegenstand der Burlaer Kirche aus dem Mittelalter bzw. aus vorreformatorischer Zeit ist die Glocke, die ursprünglich zum liturgischen Geläut der Kirche gehörte, aber jetzt als Schlagwerk der Burlaer Turmuhr dient. In gotischen Buchstaben trägt sie die Namen der Heiligen drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar. So könnte man die Burlaer Kirche als "Kirche der Heiligen drei Könige" bezeichnen.

 

Die ersten Ansiedlungen entstanden im "Alten Burl", wie ein Flurteil 800 m südwestlich von dem heutigen Burla heißt, dort haben sich die Urbewohner des Ortes niedergelassen. Es wurde angenommen, dass sich rings um den heutigen Ort ein Kranz von kleinen Seen befunden hat.

Zum Namen des Ortes Burla gibt es verschiedene Deutungen: Der Gothaer Oberkonsistorialrat Georg Büchner (1701-1771) hat in seinen Büchern interessante Angaben überliefert. So schreibt er über Burla: "Das Dorf ist nicht ansehnlich massen (in Anbetracht) es nur aus 18 Wohnhäusern und 96 Seelen besteht. Der Ackerbau verschafft denselben ihr hinlänglich Auskommen, hingegen ist der Wiesenwachs kein sonderbarer (besonderer) Vorrat."

  1. Die Bezeichnung aus dem Keltischen
    Bur - buir - fließend, quellend;
    la - klein
    Burla - kleines Quellwasser
  2. Die Bezeichnung aus dem Germanischen
    Bur - Born;
    la = loh - angelegte Waldlichtung
    Burla - Born an der Waldlichtung
  3. Die Bezeichnung ist eine Mischung aus Keltisch und Germanisch
    Bur - Wasser;
    la = loh - Wald
    Burla - Wasser am Wald

 

Es wird daraus gefolgert, dass die Gründung des "Alten Burl" als Einzelsiedlung in der Zeit vor 400 nach Christi erfolgt ist. Die noch heute verbreitete Ansicht, dass die Gründung der Dörfer Burla, Hastrungsfeld und Sättelstädt durch eine englische Königin erfolgte, ist wahrscheinlich eine Sage, wenngleich auch in alten Schriften immer wieder 1143 als Gründungsjahr der Kirche und des Dorfes Burla angegeben wird.

Bei der Anlage des neuen Burla bzw. der Kapelle mag wohl auch die Boden- und Geländebeschaffenheit (trockene Lage gegen früher sumpfig) mitgesprochen haben. Eine Erweiterung des Ortes erfolgte erst später, bis hinein in das 14. Jahrhundert.

Mit dem Einzug der Franken in Thüringen kam auch deren Bauweise in die Gegend. Die Höfe des neuen Burla wurden deshalb nach dem Vorbild der Franken angelegt.

Zu einem besonderen Jahr in der Geschichte Burlas wurde 1938. Aus Werbegründen ließ die "Thüringer Elektrizitätslieferungsgesellschaft TELG" leihweise alle Haushalte auf ein Jahr mit den unterschiedlichsten Elektrogeräten für Haus und Hof ausstatten. Burla wurde als "Musterdorf' geführt. Kunstvoll geschnitzte Wegweiser kündigten das "Elektrodorf Burla" an und von überall her kamen interessierte Besucher.

Die Burlaer selbst lernten rasch die Vorzüge der Elektrizität schätzen und erwarben gern nach dem Probejahr verbilligt die Geräte. Noch lange Zeit war das Dorf im Hinblick auf die Elektrizitätsnutzung anderen Thüringischen Dörfern voraus und ältere Menschen aus ganz Thüringen erinnern sich noch heute ans "Elektrodorf Burla", das so weithin bekannt geworden war.


 

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